Wohnatelier in Hamburg

Wohnen und Arbeiten unter einem Dach stellt Anforderungen an die häusliche Logistik. Zum »zonalen« Problem kann dabei ein großzügig geschnittener Grundriss werden. Eine räumliche und akustische Entzerrung der divergierenden Lebensbereiche wünschte sich deshalb die Eigentümerin eines 85 Quadratmeter großen Wohnateliers in der obersten Etage einer dreigeschossigen Gründerzeitvilla in Hamburg-Altona — und führte damit den Architekten Andree Weissert in ein gestalterisches Dilemma. Die Räume befanden sich zwar in einem renovierungsbedürftigen Zustand, ihr Zuschnitt atmete jedoch eine nicht selbstverständliche Weitläufigkeit. Um diese optisch zu erhalten, übernimmt nun eine teilverglaste Wand aus profiliert gefügtem Furniersperrholz die Trennung zwischen Wohnküche und Atelier. Sichtkontakt ist erst ab einer Höhe von 1,30 Metern möglich. So kann die gesamte Raumtiefe nach wie vor erlebt werden, ohne direkten Einblick auf die Tätigkeiten im jeweiligen Nachbarraum zu gewähren. Zwei große Schiebeelemente erlauben es, den Arbeitsbereich komplett zu separieren. Jenseits der zentralen Erschließungszone mit Diele und Bad befinden sich die akustisch sensiblen Nutzungen wie Schlafen und Musizieren hinter einer entkoppelten Vorwandschale. Sie verfügen über einen schwimmend verlegten Parkettfußboden auf Trockenestrich. Für konstruktive Klarheit sorgt eine neu gesetzte Trennwand zwischen Küche und Bad. Genau unter dem First liegend, übernimmt sie die ihr ursprünglich zugedachte tragende Funktion. Im oberen Drittel ist sie ebenfalls verglast. Zusammen mit den vorhandenen Oberlichtern verwandeln die teilverglasten Wände den belebten Wohn- und Arbeitsbereich in einen flächenmäßig zwar geteilten, jedoch räumlich entgrenzt erlebbaren, lichtdurchfluteten »Wintergarten« mit vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten.