Unangepasst aus der Ferne und doch subtil strukturiert im Detail steht der in perforierte Cortenstahlplatten gehüllte Neubau in dem noch hauptsächlich industriell geprägten Stadtteil »Podgórze«. Das Museum, eigens für die Dokumentation der Werke des Theaterregisseurs und Künstlers Tadeusz Kantor erbaut, ist bereits kurz nach seiner Fertigstellung zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden. Der Baukörper überspannt das ehemalige Kraftwerk, in dem sich das Archiv des Künstlers und ein Theatersaal befinden. Haupteingang und Foyer liegen im Untergeschoss. Die Ausstellungsflächen sind in der als Stahlfachwerk ausgeführten Brücke untergebracht, die zwischen zwei massiven Treppenhauskernen spannt. Unterstützt wird die Konstruktion von einem dritten Auflager aus Stahl, das kaum sichtbar zwischen den Bestandsbauten platziert ist. Über spezielle Verankerungen und mehrere für den Brückenbau typische Topflager werden die Horizontalkräfte und Vertikallasten in die Stahlbetonkerne geleitet. Wegen der Uferlage gründet die gesamte Konstruktion auf 160 elf Meter tiefen Pfählen. Unter dem nach oben gestemmten Riegel entstand ein 600 m2 großer Platz - eine Open-Air-Bühne. Ihr Geschehen spiegelt sich in der polierten Edelstahluntersicht und scheint den massigen Körper, auch von der Promenade aus, in Bewegung zu halten.