Bunte Holzhäuschen, die zwischen Wasser, Felsen und Bäumen verstreut liegen, prägen das idyllische Bild des Stockholmer Schärengartens. Vor Kurzem entstand hier auf der Insel Lagnö zwischen Wald und Ostsee ein vergleichsweise puristisches Feriendomizil. Wie aneinander gereihte Bootshäuser wirken die fünf unterschiedlich hohen Satteldächer, deren Giebellinie sich ohne störende Traufe scharfkantig gegen den Hintergrund abhebt. Den langgestreckten, rechtwinkligen Baukörper quer überspannend, gliedern sie das Volumen und knüpfen so in Form und Maßstab an die traditionelle Bebauung an. Von Norden zeigt sich das Ensemble als nahezu geschlossener, skulpturaler Baukörper, unterbrochen von einem transparenten Satteldach. Dies ist als Stahl-Glaskonstruktion ausgebildet und schafft eine faszinierende Eingangssituation mit »gerahmten« Meerblick. Von hier betritt man wahlweise die separate Gästewohnung, die auch als Atelier dient, oder das Haupthaus. Die nur über Dachflächenfenster belichteten privaten Räume befinden sich jeweils an der geschlossenen Rückfassade. Schiebeelemente aus Hartholz verbinden sie mit dem großzügigen Aufenthaltsbereich, den wiederum Glasschiebetüren vom Außenraum trennen - das Haus öffnet sich schrittweise zum Licht und zum Meer. Entgegen der lokalen Bautradition entschieden sich die Architekten für Beton als dominierenden Baustoff. Im Gegensatz zu Holz bietet er den praktischen Vorteil der Witterungsbeständigkeit und hält, wie vom Bauherrn gewünscht, den Instandhaltungsaufwand gering. Durch seine Massivität und den grauen Farbton stellt Beton eine Verbindung zum Granitgestein der eiszeitlichen Inselwelt her und lässt das Gebäude förmlich aus dem felsigen Untergrund wachsen. Im Gegensatz zu den Wänden besteht das Dach nicht aus Beton, sondern aus einer gedämmten Stahlkonstruktion, die auf den Ortbetonwänden aufliegt. Die schieferbeschichteten Dachbahnen sorgen für einen einheitlichen Grauton, der den monolithischen Gesamteindruck verstärkt.